Atmung und beruflicher Erfolg, dieser Zusammenhang erscheint Ihnen vielleicht sehr weit hergeholt oder sogar konstruiert. Das kann ich mir gut vorstellen.

In meinen Trainings und Coachings spielt das Thema allerdings eine sehr große Rolle, denn unsere Atmung ist ein ganz zentraler und extrem wirksamer Ansatzpunkt zu mehr innerer Ruhe, Gelassenheit, mehr Fokus und Konzentration und einer guten Wahrnehmungsfähigkeit. Ohne diese grundlegenden Voraussetzungen ist Erfolg zwar möglich, aber sehr anstrengend und schwierig, das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie genau dieser Zusammenhang funktioniert, welche Wirkungen das auf unsere Arbeitsqualität und unsere Arbeitsergebnisse hat und wie Sie konkret damit umgehen können, um diese positiven Effekte für sich zu nutzen, darum geht es in meinem Artikel.

Sie kennen ja vielleicht auch den Spruch, dass man in Situationen wo man sehr aufgeregt ist, einfach mal ruhig durchatmen sollte, um sich wieder zu beruhigen. Tatsächlich ist da ganz viel dran. Es hat gute Gründe, warum alle fernöstlichen Traditionen wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong oder auch viele buddhistischen Meditationen mit der Atmung als zentralem Element arbeiten.

In meinen Trainings und Coachings ist es mir sehr wichtig, dass die Menschen die Hintergründe für  die von mir verwendeten Übungen verstehen. Denn mittlerweile können wir uns die Wirkungen der fernöstlichen Praktiken,  wie Meditation oder eben auch die Atmung, wissenschaftlich erklären. Diese Verbindung zwischen Tradition und Wissenschaft finde ich sehr spannend und sie verschafft meinen Kunden und mir ganz viele Erkenntnisse, die wir dann in unserem Alltag nutzen können.

 

Unsere Atmung und ihre Wirkung

Wie schon gesagt, gehört für mich die Atmung zu den Basics in der Arbeit mit meinen Kunden. Ich starte meine Trainings und Coachings normalerweise mit einer Bestandsaufnahme der Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster meiner Kunden. So werden die Situationen, in denen wir im Stressmodus feststecken sehr deutlich.

Dann kommt natürlich sofort die Frage auf: Wie kann ich denn jetzt möglichst schnell aus dem Stress-Modus mit all den unangenehmen Gefühlen wie Ärger, Wut, Frust, Hilflosigkeit, Angst und den daraus resultierenden Gedankenschleifen, Selbstzweifeln, Termin- und Leistungsdruck aussteigen? Wie schaffe ich das und zwar möglichst schnell und effektiv?

Darauf habe ich eine ganz eindeutige Antwort: Über unsere Atmung. Wenn wir langsam und gleichmäßig aus- und einatmen, dann bringen wir unsere Körpersysteme wieder in Harmonie.

Dadurch stoppen wir die automatischen Stressreaktionen unseres Körpers, wie z. B. die Ausschüttung von Stresshormonen  und wir unterbrechen die bereits angetriggerten, automatisch gestarteten Stressprogramme – Kämpfen, Flüchten oder Totstellen.

Ich habe hier mal ein Bild einer Messung für Sie, anhand dessen ich Ihnen die Wirkungen der Atmung erklären möchte:

 

Das Bild basiert auf einer Messung unseres Pulsschlages, der dann in die Herzratenvariabilität (HRV) umgerechnet und dargestellt wird.

Kurz gesagt zeigt uns unsere Herzratenvariabilität (HRV) die Beschleunigung und das Abbremsen oder anders ausgedrückt die Variabilität unseres Herzschlages. Unser Herz schlägt nämlich nicht in gleichmäßigen Abständen, sondern es beschleunigt und bremst wieder ab, es beschleunigt und bremst wieder ab. Diese Beschleunigung bzw. das Abbremsen ist mit der Aktivität unseres autonomen Nervensystems (ANS) gekoppelt.

Unser ANS hat zwei Äste – den Sympathikus, der die Herzfrequenz beschleunigt. Und seinen Gegenspieler, den Parasympathikus, der die Herzfrequenz wieder beruhigt bzw. verlangsamt.

Idealerweise arbeiten die beiden Äste harmonisch zusammen (s. Abbildung unten). Diesen Zustand innerer Balance nennen die Wissenschaftler Herzkohärenz. Es ist ein Zustand in dem unsere Körpersysteme – Gehirn, Hormonsystem, ANS und Herz – optimal zusammenwirken.

In stressigen Situationen gerät diese Balance aus dem Takt, da der ganze Körper in Alarmbereitschaft versetzt wird, damit wir möglichst schnell handeln können. (s. Abbildung oben) Kämpfen, Flüchten oder Totstellen sind in solchen Situationen die besten oder anders ausgedrückt die einzig sinnvollen Alternativen.

Unsere Körpersysteme arbeiten natürlich nicht isoliert nebeneinander her, sondern sie kommunizieren ständig miteinander. So auch unser Herz und unser Gehirn. Dieser innere Zustand – Chaos oder Kohärenz – hat deshalb auch sehr große Auswirkungen auf unsere mentalen Fähigkeiten.

Denn dieses Signal, chaotisch oder kohärent, wird vom Herzen über unser ANS an das limbische System unseres Gehirns gesendet – mit den entsprechenden Wirkungen.

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Stecken wir im Stressmodus  – also im Chaos – fest, dann ist unsere Denkkapazität stark eingeschränkt, wir sind auf Sicherheit und gewohnte Lösungen fixiert. Wir sind ganz auf uns selbst und unser Überleben ausgerichtet.

Manche neigen dann dazu nach Schuldigen zu suchen oder den unangenehmen Druck einfach weiterzugeben.

Andere stürzen sich selbst in Zweifel und Schuldgefühle und bleiben in ihren alten Denkmustern gefangen. Wir bekommen einen Tunnelblick, unsere Wahrnehmung ist stark eingeschränkt, so dass wir viele Handlungsmöglichkeiten/-alternativen buchstäblich nicht mehr sehen können.

Denken Sie mal an Situationen in denen Sie selbst, ihr Team, ihr Chef oder ihre Kollegen in einer solch chaotischen, stressigen Situation gesteckt haben. Können Sie diese Merkmale, die ich gerade beschrieben habe, darin erkennen?

 

Der Ausweg: Unsere Atmung bringt uns Klarheit und  innere Harmonie

Und genau an dieser Stelle hilft uns jetzt unsere Atmung weiter. Denn über die Atmung können wir unser autonomes Nervensystem – das ANS – beruhigen und in Balance bringen. Atmen wir langsam und gleichmäßig aus und ein, dann entsteht Herzkohärenz, die gleichmäßig auf – und abschwingende Kurve, die Sie im unteren Abschnitt des Bildes oben sehen. Mit der Einatmung geht die Kurve bergauf, mit der Ausatmung wieder bergab  – ruhig und gleichmäßig.

Ich setze in meinen Trainings und Coachings, die Herzatmung als Übung ein. Hier finden Sie eine kurze Anleitung dazu:

Anleitung zur Herzatmung

Eine sehr wirksame Übung, um unser autonomes Nervensystem in Balance zu bringen.

Schritt 1 – Herzfokus

Ändern Sie den Fokus ihrer Aufmerksamkeit: Achten Sie nicht länger auf ihre Gedankenschleifen in ihrem Kopf sondern richten Sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre Herzregion.

Falls Sie mit ihrer Aufmerksamkeit abschweifen kommen Sie einfach wieder zurück.

Schritt 2 – Herzatmung

Stellen Sie sich vor, wie Sie langsam und gleichmäßig durch ihr Herz aus- und einatmen. Atmen Sie einfach etwas langsamer als normal. Machen Sie das so lange  bis ihr Atem gleichmäßig und ruhig fließt, forcieren Sie nichts.

Machen Sie die Herzatmung für ca. 2 – 3 Minuten.

Das können Sie gerne  mal ausprobieren und achten Sie dabei auf den Unterschied: Wie fühlen Sie sich vor der Übung, welche Gedanken gehen ihnen durch den Kopf und welche Gefühle haben Sie? Wie geht es Ihnen nach der Übung: Ihren Gedanken, ihren Gefühlen, ihrem Körper?

Wie Sie in der Abbildung sehen, kann man die Effekte einer solchen Übung tatsächlich messen. Denn das Bild zeigt die Messung einer Person – einmal im Zustand des Chaos und einmal im Zustand der Kohärenz, während einer solchen Übung. Ich setze in meinen Trainings und Coachings auch ein solches Feedbackgerät ein. Die Teilnehmer spüren die Veränderung im Körper, in ihrer Wahrnehmung, in ihren Gefühlen und Gedanken und sie sehen diese Wirkung in der Feedbackmessung – das ist für viele sehr aufschlussreich und für mache sogar motivierend.

Die Effekte einer gleichmäßigen, ruhigen Atmung auf unseren Erfolg

Ich komme jetzt noch mal zu meinem Gedankenkonstrukt zu Beginn des Artikels zurück: Mit unserer Atmung können wir also tatsächlich unseren Erfolg auf positive Art und Weise beeinflussen:

  • Über die gleichmäßige Atmung beruhigen wir unser autonomes Nervensystem, stoppen die Ausschüttung von Stresshormonen und beenden den eingeschränkten Modus von Kämpfen, Flüchten oder Totstellen.
  • Wir erzeugen eine kohärente Herzbotschaft, die über das ANS an unser Gehirn weitergeleitet wird.
  • Unser Gehirn reagiert auf diese Botschaft und schaltet unsere mentalen Kapazitäten frei.
  • In Folge dessen können wir unser mentales Potenzial voll ausnutzen: Unsere Wahrnehmung erweitert sich, wir können passende, kreative Lösungen finden. Wir sind offen und bereit mit anderen konstruktiv zusammenzuarbeiten. Wir fühlen uns ausgeglichen, sicher und wohl und haben jede Menge Energie und Motivation für unsere Aktivitäten.
  • Und da Erfolg, wie der Begriff schon sagt, eine Folge unserer Aktivitäten ist, sind wir in einem solchen starken und aufbauenden inneren Zustand tatsächlich auch erfolgreicher.

 

Ist es nicht großartig, was wir über eine so einfache Sache wie die Atmung alles bewirken können?

Wir brauchen keine besonderen Methoden, keine komplizierten Verfahren, keine ausgefeilten Denkstrategien: Einfach mal innehalten und ruhig und gleichmäßig atmen und auf unsere Wahrnehmung achten – genau das reicht manchmal schon aus, um unsere vorhandenen Kapazitäten wieder freizuschalten. Es ist auf jeden Fall eine gute Ausgangsbasis für alle weiteren Aktivitäten

Wir verfolgen mit unserer aktions- und leistungsgetriebenen Vorgehensweise leider oft genug genau das Gegenteil. Wir agieren hektisch und getrieben, ohne vorher eine stabile mentale und emotionale Basis zu schaffen. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, solche Stresszustände geradezu zu kultivieren. Je mehr wir auf diese Art und Weise agieren, umso mehr festigen wir diese Gewohnheiten und wir erzeugen immer mehr der negativen Auswirkungen.

Ich spreche mit vielen Menschen in der Wirtschaft und die Beobachtung, dass vieles immer schneller, hektischer, widersinniger oder sogar verrückter wird, das ist sicher keine Einzelmeinung. Viele suchen die Lösungen im Außen und richten ihre Aufmerksamkeit damit noch mehr auf die Hektik, die Ungewissheit, die Informationsflut und die damit verbundenen Auswirkungen.

Ich möchte Ihnen mit meiner Arbeit deshalb einen anderen Weg vorschlagen. Einen Weg, der über die Entwicklung von mentaler und emotionaler Stärke führt – ein Mindset, dass Sie unterstützt anstatt blockiert.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen oder einen Sparringspartner für ein Gespräch brauchen, dann nutzen Sie mein Angebot zu einem kostenfreien, 30 minütigen Impulsgespräch.  In dem Gespräch verschaffen Sie sich Klarheit über ihre Ziele und Herausforderungen und ihren nächsten ganz konkreten Schritt . Über diesen Link können Sie sich einen kostenfreien Gesprächstermin reservieren: http://projektmanagement-plus.de/kalender-martina/ 

Wie sagte es eine meiner Kundinnen mal sehr treffend: „Der geübte Blick von aussen hilft ungemein, sich  besser wahrzunehmen und zu verstehen.“

Herzliche Grüße

Martina Baehr

Martina Baehr

In meinem Mindset-Blog gebe ich Tipps und Impulse zur Entfaltung eines starken, unterstützenden Erfolgs-Mindsets.

Ich unterstütze Führungskräfte, Projektmanager und Teams dabei mentale und emotionale Stärke im Berufsalltag zu entwickeln.  So navigieren Sie sich selbst und ihr Team souverän durch die stürmischen Zeiten der Veränderung.

Einzelcoachings (online & offline)  –  Workshops  – Projektbegleitung für Teams.

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