Vergangenen Freitag habe ich einen Workshop veranstaltet. Thema war: Emotionale Kompetenz im Beruf. So nutzt Du die Wirkkraft deiner Gefühle.

Ich stieg ein mit der Frage: Was macht für Dich emotionale Kompetenz im Berufsalltag aus?

Eine der Teilnehmerinnen sagte dazu: Für mich sind 2 Dinge in punkto emotionale Kompetenz besonders wichtig: Die Reflexion und die Regulierung meiner Gefühle.

Das trifft es sehr gut, wie ich finde.

Zu Punkt 1 – Reflexion der Gefühle gehört:

  • Die eigenen Gefühle beobachten. Ohne sich in sie hineinzusteigern.
  • Triggersituationen identifizieren: Situationen, die unangenehme Gefühle und automatische Verhaltensprogramme mit negativer Wirkung auslösen.
  • Die Wirkung von Gefühlen fühlen und erkennen. Auf unser Wohlbefinden, unser Verhalten, unsere Kommunikation oder unsere Motivation und Tatkraft.

Das ist die Voraussetzung für Punkt 2, die Regulierung unserer Gefühle. Und bedeutet:

  • Die Botschaften wie nicht erfüllte Bedürfnisse oder Werte herausfinden. Die sich oft hinter negativen Gefühlen verstecken.
  • Positive Gefühle wie Freude, Zuversicht oder Wertschätzung zu stärken und zu trainieren. Sie gezielt einzusetzen, wenn wir positive Energie brauchen.

Ich gehe diesem Artikel noch etwas tiefer auf die unterschiedlichen Gefühle und ihre Bedeutung ein. Dazu habe ich 4 energetische Muster und ihre Gefühlsmischungen herausgesucht. Die mir immer wieder begegnen.

In der Zusammenarbeit mit meinen Kundinnen und Kunden, wie in diesem Workshop. Und auch bei mir selbst.

Anhand der 4 Muster kannst Du reflektieren ob Du diese Muster und die damit verbundenen Gefühle kennst. Welche Bedeutung sie für Dich haben. Wie sie sich in deinem Beruf auswirken. Ob und wie Du ihre Botschaften nutzt, in deinem Alltag.

Und ich gebe Dir Tipps wie Du am besten mit diesen Gefühlen umgehen und deine emotionale Kompetenz ausbauen kannst.

Ich habe zwei Muster mit negativen Gefühlen herausgesucht. Wo wir uns im Stressmodus befinden, so dass wir das Gefühl haben es geht ums reine Überleben der belastenden Umstände.

Und zwei mit positiven Gefühlen. Wo wir uns stark fühlen, uns in der Zone der inneren Stärke befinden, wie ich es nenne.

 

#1 – Ungeduld, Reizbarkeit, innere Unruhe

Ungeduld und innere Unruhe. Dieser Gefühlscocktail hat mich lange Zeit begleitet. Es war eine sehr tiefsitzende Prägung.

Wenn etwas nicht so klappte wie ich es mir vorgestellt hatte oder nicht schnell genug voranging, dann wurde ich sehr ungeduldig und eine große innere Unruhe überkam mich.

Das hat in mir großen Druck ausgelöst. Ich fragte mich ständig was ich noch tun oder besser machen könnte, damit ich endlich vorankomme.

Bis ich mir über dieses energetische Muster und seine Wirkung klar wurde.

Denn wenn ich da hineingerate, dann ist das wie ein Fass ohne Boden. Denn es gibt ja immer noch was, was ich tun kann. Und meine Aufmerksamkeit ist dann darauf gerichtet immer mehr zu tun.

Anstatt mir darüber klar zu werden, was ich alles schon getan habe. Welche Stärken und Fähigkeiten ich besitze. Und mich auf die Wirkung meiner einzelnen Schritte zu konzentrieren.

Anstatt ständig auf das von mir gewünschte Endergebnis zu starren. So baue ich nur immer mehr Erwartungsdruck auf.

In dem Workshop erzählte ich von dem Muster. Eine Teilnehmerin sagte daraufhin, dass sie das auch gut kenne. Sie erzählte, dass sie dann immer mehr tue, in einen regelrechten Aktionismus gerate. Und trotzdem wenig dabei herauskommt.

 

Das kannst Du tun:

Wenn Du dieses Muster und diese Gefühle kennst, dann mach Dir die Wirkung deiner Gefühle klar.

Ungeduld, Reizbarkeit und innere Unruhe lösen diese automatische Reaktion aus. Wenn Du sie nicht stoppst.

Reizbarkeit und Unruhe sind Reaktionen unseres Nervensystems. Das dadurch immer mehr in Dysbalance gerät. Das bekommst Du am besten über eine ruhige, vertiefte und gleichmäßige Atmung in den Griff.

Damit bringst Du deine aufgewühlten Nerven zur Ruhe und stoppst das automatisch ablaufende, innere Programm. Und anschließend kannst Du in Ruhe entscheiden wie es weitergehen soll und was Sinn macht in der jeweiligen Situation.

 

# 2 – Enttäuschung, Frust, Verzweiflung

Dieses Muster funktioniert ähnlich wie das vorhergehende. Es passiert, wenn ich enttäuscht oder frustriert bin, über ein Ergebnis, das ich mir anders gewünscht oder vorgestellt habe.

Wenn ich einen Artikel geschrieben und veröffentlicht habe und keine Reaktion erfolgt, beispielsweise. Dann bin ich enttäuscht oder frustriert, denn ich wünsche mir Anerkennung oder ein Feedback. Das ich nicht bekomme.

Wenn ich in diesen Gefühlen feststecke, dann ziehe ich den Schluss: Ich bin nicht gut genug.

Ich fange an, an mir selbst zu zweifeln. Wenn sich solche Situationen wiederholen, dann leidet mein Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl. Ich denke, dass ich es einfach nicht hinbekomme.

Meine Kraft aus diesem Energieloch wieder rauszukommen wird immer kleiner. 

Das kannst Du tun:

Wenn Du erkennst, dass Du in Gefühlen wie Enttäuschung, Frust oder Selbstzweifeln feststeckst, dann mach Dir klar was hier schiefläuft.

Was Du Dir eigentlich wünschst. Was Dein Bedürfnis ist. Wie in meinem Beispiel der Wunsch nach Anerkennung und Feedback. Anstatt Dich immer weiter fertig zu machen.

Und dann überlege Dir wie Du dir das Bedürfnis erfüllen kannst. Zum Beispiel indem Du Dir klar machst was Du schon alles geschafft hast und was Dir gut gelungen ist.

So stoppst Du den Selbstzweifel, den Frust, die Enttäuschung und ihre sabotierende Wirkung.

Damit wechsle ich jetzt auf die Seite der positiven Gefühle. Vielen ist gar nicht klar wie sie mit guten Gefühlen ihre Energie upleveln können.

 

# 3 – Verbundenheit, Wertschätzung, Vertrauen

Verbundenheit, Wertschätzung und Vertrauen entstehen nicht einfach so. Sondern indem Du diese Gefühle bewusst kultivierst und pflegst.

In Gesprächen beispielsweise. Ich hatte in der vergangenen Woche ein Coaching mit einer Kundin, in der diese tiefe Verbundenheit entstanden ist. Wir sprachen offen und aufrichtig über unsere energetischen Muster und ihre Wirkung.

Dabei kamen viele Gemeinsamkeiten zutage, die vorher unsichtbar waren. Gerade auf emotionaler Ebene entstehen so Verbundenheit und Mitgefühl.

Eine Teilnehmerin im Workshop erzählte, dass sie das ganz bewusst nutzt, in Gesprächen mit ihren Teammitgliedern.

Sie macht sich das Gefühl der Verbundenheit bewusst und fühlt es. Sie führt diese Gespräche mit Gefühl und Verstand. Sie berichtete wie sich über die Zeit das Gefühl der Verbundenheit immer weiter verstärkt und das gegenseitige Vertrauen wächst.

 

Das kannst Du tun:

Wenn Du Dir mehr Verbundenheit und Vertrauen wünschst, dann achte unbedingt auf deine Gefühle im Kontext von Gesprächen, Meetings und Begegnungen.

Gehe niemals gestresst, frustriert oder verärgert in wichtige Gespräche. Sorge dafür dass Du vorher zur Ruhe kommst.

Sorge für eine wertschätzende Haltung deinem Gesprächspartner gegenüber. Zum Beispiel in dem Du Dir überlegst was Du an ihr/ihm wertschätzt.

Achte auf Deine Gefühle, sei ehrlich Dir selbst gegenüber und mach Dir nichts vor. Behandle Dich selbst mit Wertschätzung, Mitgefühl und Freundlichkeit.

 

# 4 – Gelassenheit, Entspannung, Zufriedenheit

Gelassenheit, Entspannung, Zufriedenheit, die lassen oft zu wünschen übrig. Gerade in solch chaotischen und unruhigen Zeiten wie wir sie gerade erleben.

Ich habe mich vor geraumer Zeit entschlossen die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Dann ich wünschte mir mehr Gelassenheit in meinem Leben und gerade auch in meinem Beruf. Und ich beschloss das nicht dem Zufall zu überlassen. Oder mich den äußeren Umständen und meinen Prägungen (s. Ungeduld #1) zu ergeben.

Also habe ich bewusst Gelassenheit kultiviert. Eine meiner Lieblingsübungen, die mir mittlerweile schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist die Gelassenheitsatmung.

Als ich den Workshop vorbereitete und Beispiele suchte, stellte ich fest wie weit ich schon gekommen bin. Gelassenheit hat mittlerweile einen festen Platz in meinem Gefühlsspektrum. So dass ich große Teile meines Tages in diesem angenehmen Gefühl bin. Egal was im außen passiert.

Eine Teilnehmerin im Workshop berichtet ähnliches. Sie hat für sich das Thema Micropause entdeckt und es in ihren Berufsalltag integriert. Und sie erzählte wie sie täglich von der entspannenden Wirkung profitiert.

Das habe sie aber auch einiges an Ausdauer und Disziplin gekostet. Bis sie aus ihren alten, schädlichen Gewohnheiten ausgestiegen sei. Aber es hätte sich unbedingt gelohnt.

Das kann ich nur bestätigen, mit meinen eigenen Erfahrungen.

 

Das kannst Du tun:

Wenn Du Dir auch mehr Gelassenheit, Entspannung und Zufriedenheit im Berufsalltag wünschst, dann empfehle ich Dir unbedingt diese Gefühle zu kultivieren.

Mit einer Routine, die zu Dir und in Deinen Alltag passt. Das braucht nicht viel Aufwand. So eine Gelassenheitsatmung ist schnell erledigt und hat große Effekte. Aber es braucht Ausdauer und Geduld.

Denn solche tiefsitzenden energetischen Muster wie Ungeduld, innere Unruhe oder Aktionismus brauchen Wiederholungen. Damit neue, gewünschte Gefühle wie Gelassenheit und Zufriedenheit in deinem emotionalen Gedächtnis gespeichert werden. Damit sich neue neuronale Netzwerke in deinem Gehirn aufbauen.

 

Ich kann sagen, es funktioniert. Und es lohnt sich unbedingt.

Ich finde es ehrlich gesagt großartig, dass ich heute den größten Teil meines Tages in dieser äußerst angenehmen Gefühlsmischung aus Freude, Gelassenheit und innerer Harmonie verbringe.

So wie auch die Teilnehmerin des Workshops.

Das ist jede Mühe wert.

Und ein wichtiger Teil dieses Prozesses sind unsere Gefühle und ihre Botschaften. Du kannst Deine Gefühle regulieren. Vorausgesetzt, dass Du bewusst mit ihnen umgehst und sie verstehst.

Schau Dir die 4 energetischen Muster und die damit verbundenen Gefühle an.

  • Welche Schlüsse ziehst Du daraus?
  • Für Deine emotionale Kompetenz im Beruf?
  • Was funktioniert gut? Was willst Du verändern?

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Unter dem Artikel findest Du weitere Angebote, die zu dem Thema passen.

Erkenne und nutze die Botschaften deiner Gefühle. Entfalte deine emotionale Kompetenz

Martina Baehr

Bild martina

 

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