Hier kommt mein zweiter #KrisenPowerMindsetTipp. Da geht es um das Thema Pause.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe den Eindruck, die aktuelle Krise spült all die Themen nach oben, die ich/die wir bisher in unserem Alltag sträflich vernachlässigt haben, obwohl wir es eigentlich besser wissen.

So ist es auch mit dem Thema Pause. Eigentlich wissen wir ja alle, dass wir Pausen benötigen, wenn wir uns nicht vollkommen auspowern wollen. Wenn wir unsere Arbeits- und Lebensfreude behalten wollen. Wenn wir unsere Kreativität ankurbeln wollen.

Aber die wenigsten halten sich dann auch daran. Bei den meisten Menschen, die ich kenne oder mit denen ich zusammen arbeite, reiht sich eine Aktivität an die nächste. Ein Meeting folgt auf das andere. Wir planen unseren Tag durch, als wenn wir eine Maschine wären.  Wir haben Angst, nicht alles zu schaffen, wenn wir uns mal eine Pause gönnen.

Das ist im „Normalbetrieb“ schon schlimm genug. Aber in der aktuell sehr herausfordernden Zeit ist es noch schlimmer, wenn wir uns auf diese gewohnte Art und Weise verhalten.  Denn in solchen Zeiten brauchen wir noch mehr Energie, Gelassenheit und innere Balance. Wir brauchen Flexibilität und neue Ideen.

Die Energie, die wir benötigen und unsere innere Balance, die finden wir nicht im außen. Denn da sieht es zurzeit chaotisch und ungewiss aus. Diese Kraft entsteht in unserem Inneren. Damit sie entstehen kann, sind Pausen oder kleine Auszeiten unabdingbar.

Deshalb geht es im #KrisenPowerMindsetTipp2 um das Thema Pause. Im ersten Teil erkläre ich die Zusammenhänge und was während einer Pause in unserem Inneren geschieht. Im zweiten Teil bekommen Sie von mir 5 Tipps zur Gestaltung einer optimalen Pause.

 

Wir brauchen Pausen, um uns zu regenerieren und innere Ordnung zu schaffen

Unser Körper, unser Verstand und unsere Seele sind von Natur aus gar nicht dazu geschaffen, ständig aktiv zu sein und Leistung zu bringen. Wir brauchen ab und zu eine Auszeit, um uns zu regenerieren. Aber auch um unsere Kreativität nutzen zu können, müssen wir von Zeit zu Zeit loslassen und uns für unsere innere Wahrnehmung öffnen.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang die Erkenntnisse von Ernest Rossi , die er in seinem Buch „20 Minuten Pause“ beschreibt. Ernest Rossi hat mit Milton Erickson, einem amerikanischen Therapeuten und dem Erfinder der Hypnotherapie, zusammengearbeitet. Dabei hat er beobachtet, dass die Patienten von Milton Erickson nach 90 bis 120 Minuten Aktivität in eine ca. 20 minütige „Alltagstrance“ verfallen sind.

In dieser Phase erschienen die Patienten geradezu  abwesend, es schien ihm so als würden sie innerlich etwas verarbeiten. Dr. Erickson achtete auf solche Phasen im Therapieverlauf und fing mit neuen Themen erst dann an, wenn der Körper des Patienten ihm signalisierte, dass dieser Zustand beendet war.

Rossi forschte weiter, und fand seine Vermutung bestätigt, dass jeder Mensch einem solchen ultradianen Rhythmus von 90 bis 120 Minuten Aktivität und 20 Minuten Pause folgt.

Er nennt die 20 Minuten Pause die ULTRADIANE HEILREAKTION in der sich die Körper-Seele-Einheit regenerieren muss. Die Regeneration findet dabei auf der körperlichen und der psychischen Ebene statt:

„Die Speicher werden geleert, wenn in der Aktivitätsphase Instruktionen an das Gehirn, das zentrale Nervensystem und die Organe weitergeleitet werden. Der Körper ist in jenen Ruhephasen damit beschäftigt, die Energievorräte in der Hypophyse, im Hypothalamus, in den Nebennieren und im endokrinen System aufzufüllen, damit wir in der Lage sind, während der nächsten aktiven Phase unseres Grundzyklus aus Aktivität, Regeneration und Heilung wieder unser Bestes zu geben /…/ Auf der psychischen Ebene versucht der Verstand, die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten und einzuordnen.“ (E. Rossi in 20 Minuten Pause).

 Kurz zusammengefasst bedeutet das, in der Pause findet eine Verarbeitung der während der Leistungsphase aufgenommenen Informationen im Körper und im Verstand statt.

In der dritten Phase der Heilreaktion – der KÖRPER-SEELE-HEILUNG – kommt es zur inneren Heilung und Neuordnung. Danach fallen uns Lösungen für Themen ein, die wir vorher bearbeitet haben. Es tauchen Gedanken auf und wir bekommen Impulse, wie es weitergehen könnte. Oder wir haben Gefühlserlebnisse und es tauchen Bilder in uns auf, die unsere Vorstellungskraft anregen und uns zu neuen Lösungen inspirieren.

Das kennen Sie vielleicht auch von sich selbst: Kreative Impulse kommen während eines Spaziergangs, beim Kaffeetrinken oder unter der Dusche. Voraussetzung für diese neuen Ideen sind die Leistungsphase, in der wir über ein Thema nachgedacht haben UND die anschließende Pause, in der die innere Neuordnung stattfindet.

 

Die Pause ist die Voraussetzung für innere Klarheit, Leistungsfähigkeit und Kreativität

Unser Körper und unsere Seele brauchen die Auszeit oder Pause, nicht nur um sich zu regenerieren. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Sie in der nächsten Leistungsphase überhaupt mit voller Konzentration arbeiten können.

Durch die Neuordnung der Information und die Integration in Körper und Seele entsteht innere Klarheit und ein neues Verständnis der Realität. 

Die Pause sorgt dafür, dass wir unsere intuitiven, kreativen Potenziale besser wahrnehmen und nutzen können.

Wenn wir diese Zusammenhänge erkennen, dann wird uns klar wie wichtig Pausen in unserem Alltag sind.  Und dass wir gut daran tun, Sie aktiv in unseren Berufsalltag zu integrieren.

 

Geben Sie der Pause die Bedeutung, die Ihr gebührt

Das gilt ganz besonders in der aktuellen, sehr herausfordernden Zeit. Da ist es besonders wichtig, dass Sie sich Ihre Auszeiten nehmen.

Ich bin überzeugt davon: Wer das nicht tut und wie bisher eine Aktivität an die nächste reiht, der wird in diesen Zeiten noch mehr als bisher schon die negativen Wirkungen dieses schädlichen Verhaltens spüren.

 

Hier meine 5 Tipps für Ihre optimale Pause.

Damit die Pause für Sie nicht nur graue Theorie bleibt und Sie durch die tägliche Praxis von den positiven Wirkungen profitieren. Das ist nicht nur in Krisenzeiten sinnvoll.

 

# 1 Werden Sie selbstbewusst und achten Sie auf die Signale Ihres Körpers.

Durch den ständigen Aktivitätsmodus in dem viele von uns sich befinden, haben wir das Gefühl für die subtilen Signale unseres Körpers verloren, die uns anzeigen, dass eine Pause ansteht.

Der erste Schritt ist daher, dieses Bewusstsein, diese Wahrnehmung für uns selbst wieder hervorzuholen. Hier finden Sie ein paar Beispiele für solche Körpersignale.

Beispiel für die PAUSEN-SIGNALE unseres Körpers

  • Das Gefühl sich recken, umherlaufen oder eine Pause machen zu wollen.
  • Gähnen oder Seufzen.
  • Sie stellen fest, dass Sie trödeln und nicht mehr in der Lage sind, zügig zu arbeiten,
  • Sie stellen fest, dass ihr Körper verspannt und erschöpft ist.
  • Sie bekommen plötzlich Hunger.
  • Sie fühlen sich irgendwie“ daneben“, es fällt Ihnen schwer, sich zu konzentrieren, Sie schweifen immer ab.
  • Sie machen in der Rechtschreibung Flüchtigkeitsfehler, Tippfehler oder verrechnen sich.
  • Sie sind deprimiert oder fühlen sich seelisch verletztlich.

Achten Sie auf diese Signale und gehen Sie nicht gleichgültig darüber hinweg.

Sondern überlegen Sie sich, wie Sie ihre persönliche Auszeit gestalten möchten. Damit sie Ihren Vorstellungen entspricht und Sie von der positiven Wirkung profitieren. Dazu passen die Tipps #2 und #3.

 

# 2 Schalten Sie den Verstand aus und öffnen Sie Ihre Wahrnehmung

In der Pause sollten wir unseren Verstand  „herunterschalten“. Unser Gehirn arbeitet in unterschiedlichen Frequenzen. Wenn wir nachdenken, dann arbeitet unser Gehirn vornehmlich in der Beta-Frequenz.  Unsere Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet. Wir denken logisch und rational.

Man unterscheidet außerdem die hohe Betafrequenz, die mit innerer Unruhe und Stress einhergeht. Unsere Aufmerksamkeit ist in diesem Zustand ganz auf unsere Probleme und die damit verbundene Bedrohung konzentriert.

In der niedrigen Betafrequenz können  wir ruhig und gelassen nachdenken. Unsere Wahrnehmung weitet sich und wir entspannen uns.

Für eine Pause ist die Alpha-Frequenz besonders hilfreich. Es ist ein entspannter Zustand, in dem wir „tagträumen“ oder visualisieren. Unsere Wahrnehmung weitet sich noch mehr und unser logischer Verstand macht mal Pause. Das ist die beste Voraussetzung für die gerade beschriebene ULTRADIAE HEILREAKTION unseres Körpers und unserer Seele.

Mit ein wenig Übung kann man sich schnell in einen solchen Zustand bringen. Dabei helfen insbesondere kleine Atemübungen wie die HERZATMUNG (eine Anleitung finden Sie in diesem Artikel über die Atmung).

Oder Sie bringen sich aktiv in ein gutes Gefühl, indem Sie sich an ein positives Erlebnis erinnern. Denken Sie einfach an einen schönen Ort, den letzten Urlaub oder einen Menschen oder ein Tier, den/das Sie sehr mögen.

Erinnern Sie sich an das angenehme Gefühl, das Sie bei diesem Erlebnis hatten und spüren Sie es in Ihrem Herzen und in Ihrem Körper. Kosten Sie dieses angenehme Erlebnis so richtig aus. Diese Verschiebung Ihrer Aufmerksamkeit auf das angenehme Gefühl holt Sie aus Ihrem logischen Verstand heraus und bringt Sie in den entspannten Zustand der Ihnen in der Pause besonders gut tut.

 

# 3 Kreieren Sie sich Ihre persönlichen Wohlfühlmomente

Positive Gefühle sind außerordentlich wohltuend. Sie geben Ihnen emotionale Energie und ihr Körper schüttet Wohlfühlhormone aus. Das wirkt sich positiv auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit aus. Und nicht zuletzt auf Ihre mentale Leistungsfähigkeit. Über ein positives Gefühl signalisieren wir unserem Gehirn, dass wir in Sicherheit sind und uns keine Sorgen machen müssen.

Es macht also wirklich Sinn positive Gefühle, wie FREUDE, ZUFRIEDENHEIT, VERTRAUEN, DANKBARKEIT und GELASSENHEIT aktiv zu kultivieren. Sie stärken unser Immunsystem und sorgen für körperliche Entspannung. Dann können wir in der Pause am besten regenerieren.

Überlegen Sie mal, was Sie in eine positive Stimmung versetzt. Wie Sie sich Ihre WOHLFÜHLMOMENTE kreieren können. Und dann tun Sie es in Ihrer Pause.

Das kann ein Spaziergang sein. Oder ein angenehmes Gespräch mit einem Kollegen. Ein gutes Essen. Ein paar Übungen zur Muskelentspannung. Musik hören, die Sie besonders mögen.  Blumen im Büro.  Oder einfach ein leckerer Kaffee oder eine gute Tasse Tee.

Schreiben Sie sich Ihre Wohlfühlmomente auf und entscheiden Sie sich, welchen davon Sie heute aktiv herbeiführen bzw. erleben wollen.

Negative Botschaften erhalten Sie in der Krise schon genug. Da macht es doch wirklich Sinn, sich solche Wohlfühlmomente ganz gezielt zu erschaffen. Meinen Sie nicht auch?

 

# 4 Schaffen Sie sich neue Rituale und erinnern Sie sich daran

Viele Menschen haben die Gewohnheit, ausgiebig über ihre Probleme nachzudenken. Wir glauben, wenn wir  uns auf unsere Probleme konzentrieren und möglichst viele Zahlen, Daten und Fakten heranziehen, dann werden wir eine Lösung finden.

Leider ist oft genug das Gegenteil der Fall: Durch unsere ausgiebige Beschäftigung mit dem Problem und seinen Auswirkungen machen wir uns immer mehr Sorgen und wir vergrößern unsere Ängste und Befürchtungen immer mehr. Das kann uns gerade in solch ungewissen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, immer mehr verunsichern.

Deshalb ist es wichtig, Pausen zu machen. Und diese auch aktiv zu gestalten, damit wir nicht während der Pause in unsere Sorgen, Befürchtungen und Grübelschleifen abrutschen.

 

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Finden Sie heraus, was Ihnen gut tut und schaffen Sie sich Rituale für Ihre Pausen, zum Beispiel mit den Tipps 2 und 3. Morgens vor Arbeitsbeginn. Alle zwei Stunden. Jeden Mittag. Zum Arbeitsabschluss. Um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Tragen Sie sich die Pausen in Ihren Kalender ein. Denn sie sind für Sie genauso wichtig, wie Ihre Leistungsphasen. Gestalten Sie Ihre Pause so, wie Sie es sich wünschen und wie es zu Ihnen und Ihrem Tagesablauf am besten passt.

Es gibt mittlerweile sogar Apps wie 7Mind, die Sie an die Pausen erinnern. Die Ihnen zudem kurze Meditationen und Übungen vorschlagen, die Sie in Ihrer Pause ausprobieren können.

 

#5 Halten Sie neue Erkenntnisse, AHA-Erlebnisse und Inspirationen schriftlich fest

Neue Gewohnheiten verfestigen sich am besten, wenn wir uns Ihre positiven Wirkungen immer wieder bewusst machen. Deshalb macht es Sinn, diese regelmäßig zu reflektieren und sie am besten gleich aufzuschreiben.

Vielleicht kaufen Sie sich ein Buch, in dem Sie neue Erkenntnisse oder Inspirationen, die Sie während der Pause erhalten haben, aufschreiben. Manche benutzen dazu auch ein elektronisches Notizbuch, wie zum Beispiel Evernote .

Oder Sie entscheiden sich dafür ein Tagebuch zu führen, in dem Sie regelmäßig alles aufschreiben und sich Ihren persönlichen Entwicklungsprozess bewusst machen.

Ich selbst binde diese Reflexion in meine Wochenplanung ein und bespreche die Ergebnisse anschließend mit einer Kollegin. Das mache ich jeden Montag nachmittag. Auch hier gilt: Machen Sie es so, wie es zu Ihnen und Ihrem Tagesablauf am besten passt.

Mit der Zeit wird Ihnen klar, wie wichtig Ihre Pausen für Ihre Weiterentwicklung sind und dann werden Sie das nicht mehr missen wollen.

 

Behandeln Sie sich als Mensch und nicht als Maschine

Soviel zur Bedeutung von Pausen. Mit ist in der letzten Zeit noch mal richtig bewusst geworden, wie wichtig sie für mich sind. Mit meinem zweiten #KrisenPowerMindsetTipp möchte ich Sie anregen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und es vor allem in ihrem Berufsalltag auch umzusetzen.

In der aktuellen Wirtschaftswelt hat sich der Mensch sehr stark an das Maschinenbild angepasst. Eine Maschine, die effizient arbeitet und am besten immer funktioniert.

Das entspricht aber nicht unserem wahren, menschlichen Wesen. Sie sind einzigartig und kreativ und müssen keiner Norm und keinem Standard entsprechen. Gerade das zeichnet Sie als Menschen aus. Die Krise fordert uns auf, unser wahres menschliches Wesen wieder zu entdecken und dieses Potenzial zu entfalten. Und dazu ist die Pause unabdingbar.

Ich werde in den kommenden Wochen weitere #KrisenPowerMindsetTipps veröffentlichen. Abonnieren Sie hier meinen Newsletter, dann erhalten Sie die Tipps direkt und kostenlos in Ihr E-Mail-Postfach: Hier klicken und Tipps abonnieren

Herzliche Grüße, bleiben Sie zuversichtlich und gesund

Martina Baehr

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Literatur:

Ernest L. Rossi (Autor), David Nimmons, 20 Minuten Pause: Seelischen und körperlichen Zusammenbruch verhindern,

 

Bildquelle: Photo by freestocks on Unsplash