In meinen Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass viele Menschen sich unter dem Thema Energie und deren fundamentaler Wirkung nichts konkretes vorstellen können.
Manche denken gleich an Strategien und Methoden, mit denen sie Erfolg und Effizienz ihres Einsatzes verbessern können. Die meisten denken, geprägt durch unsere Sozialisierung in einer Leistungsgesellschaft, sofort ans TUN.
Dabei hat unsere Energie mir unserem SEIN zu tun. Es ist ein innerer Zustand aus dem heraus wir auf die Welt blicken und unser Umfeld und unsere Einflussmöglichkeiten wahrnehmen und beurteilen.
Diese zwei wesentlichen Bausteine bestimmen unsere Energie und ihre Wirkung:
Unsere Gedanken, unsere mentale Energie. Unsere Gedanken bestimmen wie wir uns selbst und die Welt um uns herum sehen und bewerten.
- Stärkend, aufbauend und unterstützend. Aus der Energie der inneren Stärke heraus.
- Oder Unsicher, bedrohlich und konkurrierend. Das ist unsere Sicht der Dinge, wenn wir uns im Überlebensmodus befinden.
Unsere Gefühle, unsere emotionale Energie.
- Sind wir positiv gestimmt können wir andere mitziehen, begeistern oder aufmuntern.
- Sind wir schlecht drauf können wir mit unserer schlechten Stimmung auch andere anstecken und so die Frustration, den Ärger oder die Hilflosigkeit verstärken. Es ist wie ein Virus, der sich ausbreitet.
Meist läuft dieser energetische Prozess in unserem Unbewussten ab. Er ist für uns unsichtbar.
Bis wir ihn in unser Bewusstsein holen und damit sichtbar machen.
In unserer betriebsamen und hektischen Arbeitswelt ist dieser Unsichtbarkeits-Effekt noch größer, weil wir ständig beschäftigt und in Bewegung sind. Wir nehmen uns keine Zeit unsere Energie und ihre Wirkungen bewusst wahrzunehmen.
Die Effekte: Wir haben das Gefühl keine Kontrolle zu haben. Nur zu funktionieren.
Kein Wunder. Wenn der Auslöser, unsere Energie und ihre Wirkung, für uns im Dunkeln liegt.
Bevor ich jetzt lange theoretisch herumrede, möchte ich dir ein paar konkrete Beispiele aus dem Businessalltag geben. Dann wird dir schnell klar wie das mit der Wirkung unserer Energie in der Praxis funktioniert.
Dazu habe ich aus meinen Coachings der vergangenen Jahre drei charakteristische Beispiele herausgesucht.
Beispiel #1: Andrea beherrscht die EMail-Flut
Mein erstes Beispiel stammt von einer meiner Kundinnen, die als Projektleiterin in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet. Viele kennen die Situation wahrscheinlich auch.
Sie erhalten jeden Tag eine Unmenge von E-Mails, die wichtige und unwichtige, angenehme und unangenehme, bedeutende und unbedeutende Botschaften enthalten.
Oft hat man das Gefühl, man müsse sofort darauf antworten, weil der Absender schon ungeduldig auf eine Antwort wartet oder das Thema keinen Aufschub duldet.
So war das auch bei meiner Kundin. Als wir uns darüber unterhielten, was ihr besonders weitergeholfen hat, war ihre Antwort, dass sie jetzt generell ihre E-Mails auf eine ganz andere Art und Weise beantwortet.
Ein wichtiger Teil meiner Coachings ist es, meinen Kunden zu zeigen, wie sie durch einfache, aber sehr wirksame kurze Übungen schnell aus Stress und Anspannung aussteigen können. Sofort in der jeweiligen Situation.
Sie drücken einfach den Reset-Knopf, wenn die Anspannung oder der Energieverlust zu groß wird.
Andrea drückt den Reset-Knopf
Eine solche Übung wandte meine Kundin, ich nenne sie mal Andrea, jetzt immer beim Bearbeiten ihrer E-Mails an.
Sobald Andrea bemerkte, dass sie ärgerlich wurde oder der Frust in ihr aufstieg betätigte sie den Reset-Knopf und brachte sich in eine ruhige und gelassene Energie.
Erst aus dieser ruhigen, gelassenen Energie heraus überlegte sich Andrea die angemessene Antwort auf die Nachricht.
- Andrea sagte, dass ihre Antworten jetzt viel weniger emotional ausfallen.
- Dass sie wesentlich konsequenter ist im Hinblick darauf ihre eigenen Bedürfnisse und Anforderungen zu formulieren.
- Dass sie wertschätzender kommuniziert und öfter einfach mal nachfragt, wenn Dinge unklar sind.
Das spart Andrea eine Menge Zeit und vor allem Energie.
Du kannst dir vielleicht vorstellen wieviel Zeit und Kraft solche Gedanken und Gefühlsschleifen aus Ärger, Sorgen, Rechtfertigungen oder Schuldzuweisungen kosten.
Ganz davon abgesehen, was die daraus resultierenden emotionalen Antworten dann wieder beim Empfänger auslösen.
Beispiel # 2: Elke bleibt cool, in der Begegnung mit dem Alpha-Männchen
Als ich eine meiner Kundinnen im Laufe unseres Coachingprozesses fragte, was ihr bisher am meisten gebracht hatte, sagt sie mir „Mich zu bemühen, andere Personen nicht mehr zu bewerten“.
Diese Kundin, ich nenne sie mal Elke, ist Führungskraft in einem großen international tätigen Unternehmen und hat als Frau in einer Führungsposition eine in Deutschland immer noch nicht normale Rolle.
Genau das war bei Elke auch ein Thema: Der Umgang in den männlich geprägten „Führungszirkeln“ in denen Macht, Selbstdarstellung und Dominanz oft eine große Rolle spielen.
Ich selbst weiß aus meiner eigenen Erfahrung nur zu gut was das bedeutet. Deshalb habe ich in meiner Zeit als angestellte Projektleiterin und Führungskraft nie eine höhere Position als die Abteilungsleitung angestrebt. Weil ich Angst hatte, dass mein Tag dann zu einem großen Teil mit solchen Machtspielchen ausgefüllt wäre.
Nun aber zurück zu Elke. Während einer Management-Veranstaltung hatte sie mal wieder eine Begegnung mit einem „Alpha-Männchen“, der sich gekonnt in Szene setzte.
Wir beide hatten vorher besprochen, was sie tun kann, um ihre negativen Gefühle in der Situation schnell zu erkennen, diese zu neutralisieren und dann so zu reagieren, wie es ihrem tatsächlichen Bedürfnis angemessen ist.
Nachher berichtete sie mir von ihrer Begegnung. Elke sagte:
„Mir wurde in der Situation bewusst, wie diese „Selbstdarstellung“ bei mir Ärger, Wut und auch ein wenig Angst auslöste.
Ich konnte diese Gefühle neutralisieren. Daraufhin wurde mir auf einmal klar wieviel Kraft und Energie mich mein durch die Gefühle ausgelöster innerer Widerstand kostete.
Ich dachte darüber nach, dass er einfach anders war als ich. Vielleicht braucht er diese Darstellung auch als Schutz für sich selbst.“
Sie hat ihm in einem Zweiergespräch gesagt, dass in der Führungskultur dieses Unternehmens ein wenig mehr Zurückhaltung und Bescheidenheit besser passt. Offensichtlich konnte er das annehmen, denn das Gespräch ist gut verlaufen.
Elke sagte mir, dass diese Art – in eine neutrale Beobachterposition zu gehen – ihr sehr gut tut und sie es jetzt überall dort anwendet, wo es notwendig ist.
Es gibt ihr Stabilität und Gelassenheit. So kann sie neue Handlungsmöglichkeiten erkennen, wo sie sonst durch ihre inneren Widerstände blockiert war.
Ich möchte an dieser Stelle hervorheben wie viel es uns bringt, wenn wir lernen auf unsere Gefühle und ihre Wirkung zu achten.
Wenn wir wissen wie wir unsere Gefühle regulieren können, ist das oft viel effektiver und dazu noch einfacher als so manche ausgefeilte Kommunikationsmethode. Bei der wir oft mehr auf die perfekte Beherrschung der einzelnen Schritte konzentriert sind, als auf unseren Gesprächspartner.
Beispiel #3: Thomas entdeckt die Kraft von Wertschätzung und Mitgefühl
Mein drittes Beispiel handelt von einem Teamleiter, der bei einem mittelständischen IT-Unternehmen arbeitet, ich werde ihn in diesem Beispiel Thomas nennen.
Thomas hatte sich im Verlaufe des Coachingprozesses schon eine sehr feinfühlige Wahrnehmung für die feinen Stimmungen und Energien in der Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern angeeignet.
Er erzählte mir während eines Coaching-Calls, dass es in der letzten Zeit nicht so gut gelaufen wäre: Er selbst und sein Team würden durch das Management und viele Adhoc-Aufgaben immer wieder unter Druck gesetzt, darunter würde auch seine eigene Stimmung leiden.
Er reflektierte weiter über die Hintergründe und in der darauffolgenden Sitzung berichtete er mir von einer Erkenntnis, die ich sehr bemerkenswert fand:
„Mir ist klar geworden, dass sich meine eigenen Zweifel und Bedenken und die daraus resultierende Stimmung sich auch auf mein Team überträgt und unsere Motivation insgesamt darunter leidet.
Ich fühle, dass ich als Führungskraft einen großen Einfluss darauf habe und deshalb noch mehr auf mich selbst, meine Energie und das daraus resultierende Verhalten achten muss“.
Ich war beeindruckt, welche Sensibilität Thomas für die Wirkung seiner Energie entwickelt hatte. Ich fühlte, dass dies nicht nur ein Lippenbekenntnis war. Sondern eine tiefe Einsicht, die sowohl sein Herz als auch seinen Verstand berührte.
Wahrnehmung mit Gefühl und Verstand
Wie Du an diesem Beispiel sehen kannst gibt es keine bestimmte Strategie oder Methode, die uns in solchen Situationen auf Anhieb ein gewünschtes Ergebnis präsentiert.
Aber wenn wir es schaffen unsere Wahrnehmung über den Verstand hinaus zu entwickeln und auch unser Gefühl miteinbeziehen. Dann werden uns die unsichtbaren, energetischen Verbindungen zwischen den Menschen bewusst. Das nennt man Resonanz.
Dann wird uns klar, dass wir gerade in schwierigen Situationen Mitgefühl und Wertschätzung für uns selbst und andere aufbringen müssen.
Wir haben gemeinsam einen Aktionsplan entwickelt mit dem Thomas die Energie in seinem Team verbessern konnte.
Da Thomas weiß wie er seine Energie steuern kann. Weil er weiß wie er Kooperation und Wertschätzung fördert, ist er in der Lage an diesem wirksamen Hebel anzusetzen.
Die Situation bleibt vielleicht herausfordernd, aber Thomas hat einen guten Umgang damit gefunden. Er kann die negativen Wirkungen auf die Zusammenarbeit im Team in Schach halten, stoppen oder sogar transformieren.
Das gibt ihm Stabilität und Selbstvertrauen. Es gibt ihm das Gefühl für seine Wirksamkeit zurück, anstatt den äußeren Umständen ausgeliefert zu sein.
Energy First: Nutze deine energetischen Fähigkeiten
An diesen 3 Beispielen meiner Kund:innen kannst Du gut erkennen, was den Unterschied ausmacht.
Alle drei haben bessere und für sie persönlich stimmigere Ergebnisse erzielt, weil sie aus einem ganz bestimmten energetischen Zustand heraus agiert haben.
❌ Eine Energie, die nicht durch Druck, Anspannung, Angst oder Mangel geprägt war.
✔️ Sondern durch innere Ruhe und Gelassenheit. Durch Mitgefühl, Selbstvertrauen und Wertschätzung.
Die Grundlage für ein solch stimmiges Handeln ist Selbstbewusstsein – im Sinne von sich seiner Selbst bewusst sein.
Ein solches Selbstbewusstsein erreichst Du am besten durch das Beobachten deiner Alltagssituationen. Situationen in denen Du Energie verlierst. Und Situationen in denen Du Energie gewinnst. So findest Du heraus wie das mit deiner Energie funktioniert.
Dann kannst Du Schritt für Schritt beginnen deine Energie so auszurichten, dass sie dich unterstützt anstatt blockiert. So wie meine Kund:innen in den genannten Beispielen.
1️⃣ Die Beobachtung deines Alltags und ein gutes Selbstbewusstsein sind die Voraussetzung dafür, dass Du die Situationen in denen Du anders SEIN oder HANDELN willst überhaupt erkennst.
2️⃣ Der zweite Schritt führt ins SEIN, in die richtige Energie: Stärkende, aufbauende Gedanken und Gefühle und/oder eine neutrale Position bringen dich in eine positive Grundhaltung als Ausgangsbasis für deine Handlunge
3️⃣ Erst danach geht es ans TUN: Du handelst aus dieser positiven Energie heraus. Deine neuen Erfahrungen zeigen dir die Wirkung deiner Energie. Auf dich, auf dein Umfeld und die Ergebnisse, die Du erzielst.
Energy First, wie ich es gerne ausdrücke.
Das kann jede/r lernen. Es ist ein Training deiner energetischen Fähigkeiten.
Dazu brauchen wir keine komplizierten, ausgefeilten Strategien und Methoden. Unsere menschlichen Qualitäten – Denken und (Mit-)Fühlen sind das größte Potenzial was wir besitzen.
Der durchschnittliche Zeiteinsatz für ein solches Training der energetischen Fähigkeiten beträgt ungefähr 20 bis 30 Minuten pro Tag. An manchen Tagen ist es mehr an anderen weniger – je nach Situation und den alltäglichen Herausforderungen.
Es funktioniert ähnlich wie beim Ausdauersport, auch da bewirkt regelmäßiges Training deutlich mehr als wenige, große aber nur sporadische Aktionen.
Es funktioniert am besten direkt in deinem Alltag. Denn da hast Du gleich die richtigen Übungsfelder, um deine energetischen Fähigkeiten anzuwenden und zu festigen.
Professionelle Begleitung, konkrete Anleitungen und gemeinsame Reflexion helfen bei diesem Prozess ungemein.
Interessierst Du dich für die Entfaltung deiner energetischen Fähigkeiten?
Dann lade ich dich zu einem kostenfreien, 30minütigen ENERGY-CALL mit mir ein. Und wir sprechen darüber wie Du vorgehen kannst. Was am besten zu dir und deiner persönlichen Situation passt.
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Unterhalb des Artikels liste ich dir noch drei passende Angebote zur Entfaltung deiner energetischen Fähigkeiten auf. Schau da gerne mal rein.
Ich freue mich, wenn ich dich unterstützen kann.
Mit herzlichen Grüßen
Martina Baehr

Hier meine 3 Angebote zur Entfaltung deiner energetischen Fähigkeiten:
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