Letztens sah ich eine Tiersendung im Fernsehen. Ein Beispiel in diesem Beitrag hat mich besonders beeindruckt: Das Zusammenleben der Clownfische.

Wusstest Du schon, dass Clownfische kein festgelegtes Geschlecht haben? Das Geschlecht der Clownfische variiert nach ihrem Stresslevel.

Wenn Clownfische unter Stress stehen, also einen hohen Pegel an Stresshormonen haben, dann haben sie ein männliches Geschlecht. Das hat ganz bestimmt Gründe. In der Clownfischpopulation gibt nämlich nur ein Weibchen, das das gesamte Zusammenleben der Gruppe von Clownfischen bestimmt.

Das Weibchen sorgt dafür, dass alle Männchen ständig unter Druck stehen und in Aufruhr sind – also Stresshormone ausschütten und im Stressmodus bleiben. So kann sie die ganze Gruppe in Schach halten. Sie sorgt dafür, dass alle ihr gehorchen.

Auf diese Weise schafft sie es, dass ihr niemand den Rang als Weibchen streitig machen kann, denn unter Stress sind ja alle Clownfische männlich. Die männlichen Clownfische schütten vermehrt das Stresshormon Cortisol aus und bleiben so im männlichen Geschlecht und unter der Herrschaft des Weibchens quasi gefangen.

Bis das einzige Weibchen stirbt.

Dann entspannt sich die Lage, alle Fische entspannen sich. Bis das stärkste Alphatier unter den männlichen Clownfischen sein Geschlecht wechselt und zum Weibchen wird.

Dann geht alles wieder von vorne los: Die Männchen geraten unter Druck und unter die Fuchtel des neuen Weibchens.

Wahnsinn oder?

Die männlichen Clownfische sind auf Gedeih und Verderb dazu verdammt, dem Weibchen zu gehorchen. Oder neutral ausgedrückt: Männchen und Weibchen reagieren automatisch und produzieren so die immer gleiche Clownfischwelt.

Denn sie haben ja kein Selbstbewusstsein, so wie wir Menschen.

Sie können ihren inneren Zustand, ihr Verhalten und die Auswirkungen ihrer Handlungen nicht beobachten und ihre Schlüsse daraus ziehen.

Sie können nicht reflektieren, ob es andere Verhaltensmuster gäbe, die sie aus dieser Unfreiheit erlösen würden.

Sie können nicht denken und mit neuen, anderen Gedanken und ihrer Vorstellungskraft eine andere Realität imaginieren.

Die Clownfische reagieren automatisch auf ihre Körpersignale und machen die immer gleichen Erfahrungen.

 

Wir Menschen haben ein Selbst-Bewusstsein und damit ganz andere Möglichkeiten

Wir Menschen haben ein Selbst-Bewusstsein, dass es uns ermöglicht aus solchen Automatismen auszusteigen, zu agieren und solche einschränkenden Denk- und Verhaltensmuster zu verändern.

Vorausgesetzt, dass wir uns die Zeit nehmen und uns unseres inneren Zustandes und seiner Auswirkungen bewusst werden.

Wenn wir  es schaffen aus dem Stressmodus und den damit verbundenen unangenehmen Gefühlen, den frustrierenden, manchmal bedrohlichen Gedanken auszusteigen und die automatische Reaktion zu stoppen.

Wenn wir unsere menschlichen Fähigkeiten nutzen, neue stärkende Denk- und Handlungsmuster hervorzubringen, dann schaffen wir auch neue Ergebnisse.

Aber Achtung, es gibt eine Falle in die Du nicht hineintappen solltest…

 

Im Stress-Modus reagiert auch der Mensch wie im Autopilot

Denn unter Stress reagieren nicht nur die Clownfische wie im Autopilot.

Auch uns Menschen macht Stress unfrei, er schränkt unsere Wahrnehmung und unsere Problemlösefähigkeit ein und vergiftet unsere Beziehungen.

☹️ Wir wundern uns dann, dass wir trotz großer Anstrengungen keine wirklich neuen Ergebnisse erzielen und so manch alte Lösung wird einfach nur neu verpackt.

☹️ Wir analysieren und interpretieren unsere alten Probleme und verlieren uns in endlosen energiezehrenden Gedankenschleifen. Anstatt den Mut aufzubringen etwas wirklich Neues zu leben.

☹️ Wir finden jede Menge Ausreden, warum wir keine Zeit und keine Energie haben, unser Mindset und unser Verhalten  zu verändern.

☹️ Wir sagen, wir haben kein Geld und keine Ressourcen, um andere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Glaubst Du daran, dass die äußeren Umstände dafür verantwortlich sind, dass Du nicht vorankommst? Dass Dir die Hände gebunden sind? Dass Du keine Möglichkeiten hast, Einfluss zu nehmen und die Situation zu verändern?

Dann herzlich willkommen in der determinierten Clownfisch-Welt.

Dieser Ausstieg ist natürlich nicht immer einfach, denn wir haben diese Abhängigkeit in den letzten Jahrhunderten ja ausgiebig gefestigt. Die damit verbundenen Prägungen sind in unserem Denken, unserem Fühlen und in unserem Körper ganz tief verankert und sehr dominant.

Es ist gar nicht so einfach, sie bewusst wahrzunehmen, geschweige denn zu durchbrechen.

Es ist aber möglich und wir haben gerade in den letzten Jahrzehnten so viele Erkenntnisse gewonnen und praktische, alltagstaugliche Ansätze entwickelt, die uns helfen unseren wahren Bedürfnissen auf die Spur zu kommen und zum bewussten Gestalter unserer Realität zu werden.

 

Stärke Dein Selbstbewusstsein und entdecke Deine Möglichkeiten

Im Gegensatz zur Welt der Clownfische, geht es bei uns Menschen, um die Entdeckung all unserer Möglichkeiten. Es geht um die Entwicklung unserer gestalterischen Kraft und unseres Selbst-Bewusstseins.

Das funktioniert nur dann, wenn wir aus dem Autopilot, dem Stressmodus, aussteigen bei dem es vorrangig ums Überleben und die schiere Existenzsicherung geht.

Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, innere Stärke und  das Selbstvertrauen, uns auf ganz neue Erfahrungen einzulassen. Damit wir nicht immer wieder von den alten, angsteinflößenden Triggern im Stressmodus und damit in der Unfreiheit festhalten lassen.

Unser Mindset, die Art wie wir Denken. Unsere Gefühle und unser Verhalten, die Art und Weise wie wir unsere Erfahrungen beurteilen spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle.

Unser Mindset und unser Feelset können uns innere Stabilität, Zuversicht und Selbstvertrauen geben. Sie können uns aber auch immer wieder in innere Unruhe und Aufruhr versetzen und uns so im Überlebensmodus festhalten.

Ich habe jedenfalls noch einige Tage nach dem Film an das Beispiel der Clownfische denken müssen. Es hat mir auf jeden Fall ein sehr anregendes Beispiel für diesen Blogartikel gegeben.

Ich freue mich über alle, die sich auch auf dem Weg zu diesem neuen Selbst-Bewusstsein befinden. Ich habe das Gefühl, dass sich deren Anteil gerade im letzten Jahr deutlich gesteigert hat.

Egal wie lange Du schon dabei bist, bleib unbedingt dran. Suche Dir Gleichgesinnte, die dich auf diesem Weg unterstützen. Es lohnt sich.

Martina Baehr

Bild martina

 

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